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Dr. Hans Mayr

Facharzt für Physikalische Medizin, allgemeine Rehabilitation und Rheumatologie
A 1140 Wien | Felbigergasse 110, 1-2 | Tel.: 01/911 18 45 | Mobil: 0699/123 09 652 | E-Mail

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Neuropathischer Schmerz

Der neuropathische Schmerz entsteht im Nerven selber, nicht an seinem Ende, dem Schmerzrezeptor. Diese Art von Schmerzen spricht auf klassische Schmerzmittel wie NSA nicht oder nur sehr schlecht an.

 

Dieser Schmerztyp kennzeichnet unter anderem folgende Erkrankungen:

 

Polyneuropathien

Zosterneuralgien (Schmerz nach Gürtlerose)

Wurzelschmerzen /Radikulopathien. Schmerzen im Rahmen eines Diskusprolaps. In seltenen Fällen können diese Schmerzen auch nach einer Bandscheibenoperation bestehen bleiben.

Trigeminusneuralgien (Neuralgie des Gesichtsnerven, oft auch nur eines seiner 3 Äste).

Nach neuestem Kenntnisstand sind auch bei Kreuzschmerzen und Wirbelsäulenbeschwerden ohne Wurzelbeteiligung auch neuropathische Schmerzen mitbeteiligt und benötigen  eine spezifische Behandlung

 

Wirksam sind:

  • Schmerzpflaster mit Lidocain (Lokalanästhetikum) oder hochdosiertem (8 Gewichtsprozent) Capsaicin (Wirkstoff stammt aus Paprika (Botanischer Name: Capsicum). In viel geringerer Konzentration ist dieser Wirkstoff auch in der Munari-Packung (auch italienische Ischiasschnellkur genannt) enthalten. Diese wird häufig in der Physikalischen Therapie eingesetzt.
    Beide Schmerzpflaster werden wegen ihrer guten Wirksamkeit als Therapie erster Wahl von internationalen Experten empfohlen. Sie weisen praktisch keine Interaktionen mit anderen Medikamenten auf, da sie ja nur lokal angewendet werden. Sie weisen praktisch keine gefährlichen "Nebenwirkungen" auf. Trotzdem werden sie in Österreich von der Sozialversicherung nicht bezahlt.
     
  • Manche Antiepileptika (Medikamente gegen Epilepsie)
     
  • Manche Antidepressiva (Medikamente gegen Depressionen). Das bedeutet nicht, dass dieser Schmerz Symptom einer Depression oder Epilepsie ist. Gerade moderne Antidepressiva helfen meist beim neuropathischen Schmerz nicht!
     
  • Analgetika vom Morphintyp sind nach neuerem Kenntnisstand bei neuropathischen Schmerzen ebenfalls wirksam.


Bei chronischen Rückenschmerzen, insbesondere auch bei Vertebrostenosen finden sich beide Schmerzarten kominiert. Das macht die Therapie besonders schwierig.